Frauenrechte

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Das Wort „Frauenrechte“

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wirkt auf den ersten Blick wie ein klar definierter Begriff. Kaum etwas ist so eindeutig formuliert wie das Recht. Jede kleine Nische wird berücksichtigt und die Schlupflöcher sind so klein, dass kaum einer sie findet.

Die rechtlichen Grundlagen

Die rechtlichen Grundlagen für Frauen unterliegen seit Jahrzehnten einem steten Wandel, um die gesetzlichen Vorlagen den tatsächlichen Bedürfnissen heutiger Frauen anzugleichen. Triebfeder der permanenten Anpassungsversuche der Frauenrechte an die Realität waren und sind nicht selten redegewandte Frauenrechtlerinnen, die unermüdlich bestehende Rechtsmängel kritisieren und den Verantwortlichen in der politischen Landschaft die Notwendigkeit für neue Gesetze darlegen. Sicher ist die inzwischen ganz selbstverständliche Einbindung von Frauen in Politik und Gesetzgebung für das deutlichere Herausarbeiten der Rechte von Frauen hilfreich – nicht nur, weil sie als Zugehöriger dieser Gruppe einen direkten Einblick in die Lebensbedingungen von Frauen haben, sondern auch durch einen weiblich geprägten Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen.

Was fast immer verborgen bleibt ist die Tatsache, dass der Begriff „Frauenrechte“ in der real gelebten Welt nicht nur die gesetzlichen Rechtsverhältnisse und Bestimmungen Frauen betreffend beinhaltet, sondern auch ein Sammelsurium kultureller und sozialer Rechte, die meistens alles andere als klar definiert sind, mit einbezieht. Es handelt sich hier um traditionelle Sichtweisen von Rechten und Pflichten der Frauen und um kulturell in die Gesellschaft eingeschliffene Rollenbilder. Viele Frauen würden diese traditionellen Rollenbilder vermutlich als Rollenklischees bezeichnen, da sie so fest in den Köpfen verankert sind, dass es selbst aufgeschlossenen Menschen – Frauen und Männern – schwer fällt, diese zu durchbrechen.

Gesellschaftliche und kulturelle Frauenrechte

Gesellschaftliche und kulturelle Frauenrechte sind in ihrer Wirkung eher als Frauenpflichten zu bezeichnen. Sie sind häufig das, was gesellschaftliche Strukturen über Jahrhunderte zusammen gehalten hat und auf das heute keiner verzichten möchte ohne sich eigentlich darüber im Klaren zu sein, um was es sich eigentlich handelt. Die klassische Hausfrauen- und Mütterrolle ist hier das zentrale Thema, obwohl das natürlich nur die Spitze des Eisbergs benennt. Die mannigfaltigen Wirkungsfelder, in denen Frauen ihre Verantwortlichkeit tragen, fallen oft erst dann ins Gewicht, wenn deren Struktur zusammen bricht. Bei einer Scheidung beispielsweise. Hier kommen verstärkt die nicht gesetzlich regelbaren, kulturellen Frauenrechte zum Tragen. Es wird plötzlich sichtbar, wie stark die Erwartungen an den männlichen und den weiblichen Teil einer Ehe im Falle einer Scheidung voneinander abweichen. Die „wahren Rechte“ von Menschen egal welchen Geschlechts werden im Fall einer Trennung oder Scheidung nicht neutral bewertet, weil wir aufgrund jahrhundertealter bewusster und unbewusster Prägung hin zu dem klassischen Modell dazu gar nicht in der Lage sind.

Posted under Allgemein von admin on Mittwoch 17 März 2010 at 19:25

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