nichteheliche Väter entziehen sich der Unterhaltspflicht

Viele nichteheliche Väter entziehen sich der Unterhaltspflicht

Frauen befinden sich nach der Scheidung häufig wirtschaftlich und sozial in einer bedenklichen Situation. Wer Kinder hat, der weiß wie schwer der Spagat zwischen Versorgung und Erziehung von Kindern und einer anspruchsvollen Berufstätigkeit und der damit verbundenen finanziellen Unabhängigkeit ist. Auch wenn der Ausbau von Betreuungsplätzen für Klein- und Schulkinder aktuell auf dem Vormarsch ist, gibt es noch riesige Defizite. Gleichzeitig ist eine professionalisierte Betreuung für einige Stunden täglich noch keine Lösung per se.

Die Liste der Verantwortlichkeiten, die für jedes Kind einzeln anfallen, ist lang. Hausaufgaben kontrollieren und immer auf dem aktuellen Stand sein, wie es in der Schule läuft, Arztbesuche, Elternabende, Martinszug und Kinderfasching, Geburtstagsfeier und der Kuchen für das Fest der Musikschule. Die Kleinigkeiten, die, wenn sie beim Namen genannt werden, mehr als lächerlich klingen, summieren sich im wirklichen Leben zu einem Halbtagsjob, der nebenbei mit erledigt werden muss. So ist es jedenfalls gedacht – einer kümmert sich darum, dass die Kinder eine gute Rundumversorgung erfahren und in ihrem schulischen und sozialen Leben sicher eingebunden sind. Schließlich hängt davon ihre Zukunft ab. Der andere Teil, der sich ohne diese Verantwortlichkeiten voll in seinen Beruf einbringen kann, finanziert diese Leistung durch seine Unterhaltszahlung mit.

Das System scheint gut

Das System scheint gut. Wieder aber hapert es in der praktischen Umsetzung, denn nach der Scheidung entziehen sich etwa ein Drittel aller per Gesetz zu Unterhaltszahlungen verpflichteten ihrer Verantwortung und verweigern schlichtweg diese Zahlungen. Diese Tatsache trifft sowohl auf Männer als auch auf Frauen zu. Allerdings zeigt das Ungleichgewicht zwischen alleinerziehenden Männern und Frauen – gut 80 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland sind Frauen – dass es letztlich wieder die Frauen sind, die „den Kürzeren ziehen“.

Wenn der Kindsvater seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt

Wenn der Kindsvater seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt, beginnt für die alleinerziehende Mutter eine Odyssee in der Bürokratie. Theoretisch kann das Geld eingeklagt werden, was allerdings einen umfangreichen Verwaltungsakt und auch Kosten mit sich bringt. Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind – und die Familie die ganze Zeit über ohne das ihr zustehende Geld zurecht kommen musste – kommt der Staat ins Spiel. Er knüpft das soziale Netz für die Kinder und übernimmt bis zum zwölften Lebensjahr in Form von Unterhaltvorschüssen die Zahlungen. So entstehen pro Jahr Kosten von rund einer dreiviertel Million Euro, die Bund, Länder und Kommunen gemeinsam stemmen müssen. Natürlich versuchen die Jugendämter, sich das Geld von den Vätern wieder erstatten zu lassen. Doch das gelingt nicht immer und so geraten Alleinerziehende in Abhängigkeit des Jugendamts und die nicht-zahlenden Väter überlassen ihre Verantwortung der Allgemeinheit, also dem Steuerzahler.

Posted under Allgemein von admin on Montag 29 März 2010 at 19:27

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